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Das Schiff folgt dem Schnee — eine Woche Ski & Sail

Ski & Sail ist eine Skireise, bei der ein Segelschiff das Basislager ersetzt: Man schläft an Bord, segelt über Nacht zu einem unverspurten Fjord, steigt am Morgen vom Ufer mit Fellen auf und fährt am Nachmittag bis ans Meer zurück. Keine Lifte, keine Straße, oft niemand sonst — die Berge sind nur über das Wasser erreichbar. PowderWeGo fährt vier solcher Reviere: Spitzbergen, Grönland, die Antarktis und die Lyngenalpen in Nordnorwegen.

Ein Basislager, das über Nacht den Anker lichtet


Der Unterschied zu jeder anderen Skireise steckt in einem einzigen Satz: Die Hütte schwimmt. Beim Ski & Sail wohnt die Gruppe an Bord eines Segelschiffs, und dieses Schiff bringt sie an den Fuß von Bergen, die keine Straße erschließt. Man steigt mit Fellen auf, überschreitet den Gipfel oder kehrt am selben Grat um, und die Abfahrt endet dort, wo das Zodiac schon wartet, um alle wieder an Bord zu holen.


Das ist keine Kreuzfahrt mit Ski als Programmpunkt. Es ist eine Skitouren-Reise, deren Zugang über das Wasser läuft. Der Tiefgang des Schiffs entscheidet, wo geankert werden kann; der Schnee entscheidet, wohin es am nächsten Tag weitergeht. Was ein Skigebiet nie berührt hat — ein Seitenfjord, ein Tal ohne Weg, eine Flanke, die senkrecht ins Meer fällt —, liegt plötzlich in Reichweite eines halben Tages.


Skifahrer am Ufer blickt auf das ankernde Segelschiff im Fjord, arktisches Ski & Sail
Vom Ufer geht es zurück zum Schiff: Das schwimmende Basislager wartet vor Anker, bereit für den nächsten Fjord.

Ein Tag, vom ersten Kaffee bis zur letzten Abfahrt


Der Rhythmus folgt dem Licht und dem Wetter, nie der Uhr. So sieht ein Tag meistens aus.


Früh am Morgen steht der erste Kaffee an Deck, und mit ihm das Briefing: der Lawinenlagebericht, der Wind, der Schnee der Nacht, die für den Tag gewählte Linie. Wer zuerst wach ist, sieht den Hang über dem Ankerplatz schon im flachen Licht liegen. Dann setzt das Zodiac die Gruppe ans Ufer — mal an einem Kiesstrand, mal auf einer Zunge Meereis, die Ski auf der Schulter, bis der Schnee trägt.


Der Fellaufstieg dauert drei bis sechs Stunden, hinauf zu einem meist unverspurten Gipfel. Die Höhenunterschiede liegen zwischen 600 und annähernd 1.000 Metern, je nach Revier und Gruppe, in Spitzbergen manchmal vom Strand weg. Oben eine kurze Rast, ein Blick auf die Wechte und die Exposition des Hangs — und dann fällt die Abfahrt zum Fjord hin ab, auf Frühjahrsschnee, der morgens trocken ist und nachmittags umgewandelt. Nicht selten fährt man bis dorthin, wo das Wasser beginnt.


Am Abend verholt das Schiff zum nächsten Ankerplatz, während unten in der Messe das Dinner läuft. Das Wetter bestimmt, wo der Anker fällt, nie ein Fahrplan. Und sagt der Berg Nein — bricht der Triebschnee, hält die Schwachschicht nicht —, dann hört man auf ihn und sucht ein anderes Ziel. Umkehren gehört hier zum Handwerk, nicht zur Ausnahme.



Zwischen den Aufstiegen: das Leben an Bord


Die Kojen sind eng, das ist ehrlich gesagt Teil der Sache. Zwei Menschen teilen sich eine Kabine, das warme Holz riecht nach Salz, und über der Wasserlinie tuckert nachts leise der Motor, wenn das Schiff die Küste entlangzieht. Wer schon einmal auf einer Hütte übernachtet hat, kennt die Nähe — hier kommt das Meer dazu.


Gegessen wird gut und reichlich, denn ein Tag mit 1.000 Höhenmetern verlangt es. Ein Koch an Bord sorgt für warme Teller, und die Abende ziehen sich, weil das Licht im hohen Norden nicht untergehen will. Man sitzt in der Messe, trocknet die Felle über dem Ofen, erzählt die Linien des Tages nach und plant halblaut die von morgen. Eine kleine Gruppe auf engem Raum wird schnell zu einer Mannschaft; man kennt am dritten Tag die Kaffeegewohnheiten aller.


Zwei Skifahrer im Zodiac auf dem Weg ans Ufer, dahinter der Schoner, Ski & Sail
Der tägliche Zodiac-Transfer zwischen Segelschiff und dem Fuß des Aufstiegs — Ski und Rucksack auf dem Schoß.

Für wen das gemacht ist — und was Sie können sollten


Sie müssen kein Wettkämpfer sein. Sie sollten sicher und eigenständig abseits der Piste fahren, auf wechselndem Schnee, und die Anstrengung mehrere Tage hintereinander halten können. Das Aufsteigen mit Fellen ist in einem halben Tag gelernt; die Ausdauer über eine ganze Woche und die Sicherheit in der Abfahrt sind es, die zählen. Wer eine rote bis schwarze Piste sicher und im Variantengelände autonom fährt, ist auf einer der leichteren Reisen richtig aufgehoben.


Wie hart es konkret wird, hängt vom Revier ab — die Lyngenalpen verzeihen mehr als eine Grönland-Expedition. Eine ehrliche Einordnung, welches Können welche Reise verlangt, besprechen wir lieber im Gespräch als in einer Broschüre; schreiben Sie uns, und wir ordnen Ihr Niveau ehrlich ein.


Zur Sicherheit: Wir versprechen nie null Risiko, weil es das im Gelände nicht gibt. Jeder Tag beginnt mit dem Lagebericht und einem LVS-Check, im Rucksack stecken Lawinenairbag, Schaufel und Sonde, und die Route wird nach Schnee und Wetter neu gewählt. Begleitet wird die Gruppe von einem Bergprofi — je nach Gelände von einem auf Tiefschnee spezialisierten, staatlich geprüften Skilehrer oder einem Bergführer (UIAGM/IFMGA).



Wo wir segeln


Vier Reviere, vier Fenster im Jahr — vom gesetzten Frühjahrsschnee Nordnorwegens bis ans andere Ende der Welt.


Spitzbergen. Ende Mai, unter der Mitternachtssonne, an Bord des Zweimastschoners Noorderlicht — zwölf Skifahrer, vier Bergprofis, Gipfel von 700 bis 900 Metern und Abfahrten, die am Strand enden. Wer weiß, wie eine solche Ski-und-Segeln-Woche wirklich abläuft, findet in Spitzbergen ihre reinste Form; die Ski-&-Sail-Expedition auf Spitzbergen folgt den Verhaltensregeln der Arktis-Veranstalter (<a href="https://www.aeco.no" target="_blank" rel="noopener">AECO</a>), Eisbär-Vorsorge inklusive.


Grönland. Im Frühjahr, wenn das Meereis die Fjorde freigibt, an Bord eines robusten Expeditionsschiffs — eines Trawlers, der zum schwimmenden Basislager wird und dem Schnee folgt. Der Eternity-Fjord und Wände, die senkrecht ins Wasser fallen; eine Küste voller Erstabfahrten. Mehr dazu auf der Seite zur Grönland-Expedition unter Segeln, Landeskunde bei <a href="https://visitgreenland.com" target="_blank" rel="noopener">Visit Greenland</a>.


Antarktis. Im Südsommer, jenseits der Drake-Passage, Gipfel bis 2.800 Meter über einer Küste, die kaum je Skispuren gesehen hat. Die anspruchsvollste und abgelegenste unserer Reisen — die Ski-Expedition in die Antarktis fährt nach den Regeln der <a href="https://iaato.org" target="_blank" rel="noopener">IAATO</a>.


Lyngen. Der Einstieg ins Fach: Ab März stehen die Lyngenalpen mit langen Tagen, gesetztem Frühjahrsschnee und Aufstiegen, die einem guten, eigenständigen Skifahrer offenstehen. Diese Reise steuern wir von Tromsø aus an; die Schneelage im norwegischen Winter lesen wir am Lagebericht von <a href="https://www.varsom.no" target="_blank" rel="noopener">Varsom / NVE</a>. Alle Reviere im Überblick auf der Seite unsere Skireisen.


Ski & Sail, Lodge oder Helikopter: den Zugang wählen


Drei Wege führen zum unverspurten Hang, und keiner ist „besser" — sie beantworten verschiedene Wünsche.


Ski & Sail · Das Schiff ist Unterkunft und Zugang zugleich. Man steigt vom Meer auf und erreicht Fjorde ohne Straße. Der abgelegenste Weg, und der leiseste.


Lodge / feste Skitouren-Basis · Eine Unterkunft an Land, von der aus jeden Tag eine andere Tour im selben Gebiet startet. Mehr Komfort am Abend, dafür weniger Bewegung durchs Revier.


Helikopter / heli-unterstützte Skitour · Ein einzelnes Absetzen am Morgen bringt Höhe ohne den langen Zustieg; den Rest gehen die Beine mit Fellen. Abhängig vom Flugwetter, dafür große Höhenunterschiede.


Ski & Sail zieht jene an, die die Abgeschiedenheit suchen, das Meer und die Stille — statt des maximalen Höhenmeters pro Tag.


Kurz gefasst — eine Ski-&-Sail-Woche Reiseart · Skitouren-Reise mit dem Segelschiff als schwimmendem Basislager (Spitzbergen, Grönland, Antarktis als Expedition; Lyngen als Reise) Unterkunft · an Bord, geteilte Kojen; das Schiff verholt über Nacht Können · sicher und eigenständig abseits der Piste; 3 bis 6 Stunden Aufstieg an mehreren Tagen in Folge Saison · März (Lyngen) bis Ende Mai (Spitzbergen); Grönland im Frühjahr; Antarktis im Südsommer (Nov.–Dez.) Gruppengröße · kleine Gruppe, an Bord meist höchstens zwölf Skifahrer Betreuung · ein Bergprofi — je nach Gelände ein auf Tiefschnee spezialisierter, staatlich geprüfter Skilehrer oder ein Bergführer (UIAGM/IFMGA) PWG-Destinationen · Spitzbergen, Grönland, Antarktis, Lyngen

Häufige Fragen zu Ski & Sail


Muss man seefest sein?


Die Überfahrten finden meist nachts statt, vor Anker oder entlang der geschützten Küsten der Fjorde. Wer einen empfindlichen Magen hat, gewöhnt sich in der Regel schon in der ersten Nacht daran. Ein Mittel gegen Seekrankheit im Kulturbeutel schadet trotzdem nicht.


Wie gut muss man Ski fahren?


Sie sollten sicher abseits der Piste fahren und auf Fellen eigenständig aufsteigen können. Wettkampfniveau braucht es nicht, wohl aber Ausdauer über mehrere Tage und einen sicheren Schwung auf wechselndem Schnee. Welche unserer Reisen zu Ihrem Können passt, ordnen wir im Gespräch ehrlich ein.


Wann ist die beste Zeit?


Die Saison folgt der Schmelze nach Norden. Lyngen öffnet ab März, Spitzbergen fährt man vor allem Ende Mai unter der Mitternachtssonne, Grönland im Frühjahr mit dem Aufbrechen des Meereises. Die Antarktis liegt auf der anderen Halbkugel und kommt im Südsommer zwischen November und Dezember.


Wie viele Skifahrer sind an Bord?


Eine kleine Gruppe, meist höchstens zwölf, aufgeteilt in zwei Seilschaften. Gerade diese geringe Zahl macht den Zugang und die Sicherheit erst möglich — und lässt jedem seinen unverspurten Hang.


Das Wort des Gründers Was Ski & Sail für mich ausmacht, merke ich immer am Morgen, wenn ich als Erster an Deck stehe, der Motor noch aus ist und nur der Gletscher zu hören ist. Ich lese den Hang über uns, während die anderen noch schlafen, und entscheide, ob der Tag hält, was die Nacht versprochen hat. Ich lebe seit 2001 fürs Tiefschneefahren — dieser Moment vor dem ersten Kaffee ist der, für den ich das Ganze mache. Wir sind an Ihrer Seite, vom ersten Gespräch bis zur letzten Abfahrt. — Boris Malesset, Gründer von PowderWeGo

Vom Meer aus aufsteigen, mit uns


Ski & Sail steht im Zentrum mehrerer unserer Reisen; Termine und Programm entstehen gemeinsam mit Ihnen.




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