Der Yotei auf Fellen: Skitour auf den Fuji Hokkaidos
- Boris Malesset

- 4. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Juli
Man nennt ihn den Fuji Hokkaidos: Der Yotei erhebt sich als nahezu perfekter Vulkankegel über der Ebene von Niseko und ragt 1.898 Meter in den Winterhimmel. Wer bei Niseko am Lift steht, hat ihn ständig vor Augen — und irgendwann will man ihn nicht mehr nur anschauen, sondern auf Fellen hinauf. Diese Notizen beschreiben einen Tag Skitour auf dem Yotei, so wie er wirklich abläuft.

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Das Basislager
Als Basislager für den Yotei bietet sich die Region Niseko an, am Fuß des Berges. Sie finden dort Unterkünfte jeder Art, spät geöffnete Restaurants und die Nähe zu den Ausgangspunkten. Von Niseko sind es nur wenige Minuten bis zum Beginn der Tour. Richten Sie sich für mehrere Tage ein: Der Yotei ist ein großes Ziel, und man wählt den Tag mit der besten Sicht und dem stabilsten Schnee, statt ihn zu erzwingen.
Die Ausrüstung für die Skitour
Der Yotei ist eine lange, ununterbrochene Skitour — vom Fuß bis zum Kraterrand steigen Sie fast 1.500 Höhenmeter am Stück auf. Die Ausrüstung ist die des anspruchsvollen Variantenfahrens: breite Tourenski, Pin-Bindungen, Felle und Harscheisen, denn die obere Flanke ist windgepresst und oft hart. Dazu das Sicherheitstrio: LVS, Schaufel und Sonde, dazu ein Lawinenairbag und sehr warme, trockene Kleidung. Prüfen Sie vor dem Aufbruch Wetter und Lawinensituation und beurteilen Sie den Schneedeckenaufbau — der Yotei fängt jeden Wind, und die Verhältnisse wechseln mit der Höhe.
Routen für die Skitour auf den Yotei

Die Route
Die klassische Route beginnt am Fuß des Kegels und steigt auf Fellen durch den Wald auf. Anfangs ist der Hang mäßig, und Sie ziehen in ruhigem Rhythmus Ihre Aufstiegsspur zwischen den Bäumen. Mit der Höhe wird die Flanke steiler und gleichmäßiger; der Wald weicht dem offenen Gelände, und der Kegel zeigt seine ganze Form. Hier reihen sich die Spitzkehren aneinander, und es geht darum, eine saubere Linie zu halten.
Gipfel und Abfahrt
Der obere Teil ist der anspruchsvollste: Die Flanke wird steiler, der Schnee windgepresst, und mit den Harscheisen halten Sie die Spur. Oben erreichen Sie den Kraterrand — der Yotei ist ein Vulkan, und sein Gipfel umschließt einen tiefen, runden Krater. Der Rundblick reicht bei klarem Wetter über ganz Niseko und weit über die Küste Hokkaidos hinaus.
Die Abfahrt ist der Lohn des langen Aufstiegs. Die obere Flanke fährt sich in langen Schwüngen; wo der Wind den Schnee verschont hat, schwimmen die Ski im kalten Pulverschnee auf. Weiter unten erreichen Sie wieder den Wald und fahren durch die lichten Bäume zurück ins Tal — eine der längsten und stimmigsten Abfahrten der Insel.
Das Besondere, das Sie nicht verpassen sollten
Wer den passenden Tag und die richtigen Verhältnisse erwischt, kann in den Krater selbst hinabfahren und auf der anderen Seite wieder aufsteigen — eine kurze, eindrückliche Extra-Abfahrt im Innern des Vulkans. Das ist keine Selbstverständlichkeit und hängt ganz von Schnee und Sicht ab; die Entscheidung trifft die Führung am Berg, nicht der Wunsch im Tal.
Was tun nach dem Skifahren?
Nach einem so langen Tag gibt es wenig, das so stimmig ist wie ein Onsen, ein natürliches heißes Bad. Rund um Niseko gibt es viele davon, und der Blick aus dem dampfenden Wasser fällt oft genau auf den Kegel, den Sie tagsüber gefahren sind. Die folgenden Tage lassen sich dem Pulverschnee von Niseko am Annupuri oder weiter östlich der Skitour auf den Tokachidake widmen — dem Schnee folgen, statt an einem Berg festzuhalten.

Mit einer Führung unterwegs
Der Yotei ist eine ernste Skitour: fast 1.500 Höhenmeter, eine windexponierte obere Flanke und ein Gipfelkrater, der Erfahrung verlangt. Wir empfehlen dringend, mit einem Bergprofi unterwegs zu sein — einem auf das Variantenfahren spezialisierten Skilehrer oder einem Bergführer (UIAGM/IFMGA), je nach Gelände des Tages —, der den Berg kennt, den Schnee liest und weiß, wann der richtige Tag ist. Bei PowderWeGo organisieren wir Ski-Abenteuerreisen nach Hokkaido von A bis Z. Um Ihre Reise zu planen, sprechen wir darüber.


Häufige Fragen
Welches Niveau braucht man für den Yotei?
Ein guter, ausdauernder Variantenfahrer. Der Aufstieg von fast 1.500 Höhenmetern und die steile, oft harte obere Flanke verlangen Kondition und sichere Technik im Aufstieg wie in der Abfahrt. Kein Hochtouren-Können nötig, aber ein ganzer, langer Tag im Tourengelände.
Kann man in den Krater fahren?
Bei den richtigen Verhältnissen ja — es ist eine kurze, eindrückliche Extra-Abfahrt im Innern des Vulkans. Sie hängt ganz von Schnee und Sicht ab, und die Entscheidung trifft die Führung am Berg.
Wann ist die beste Zeit?
Von Mitte Januar bis Mitte Februar ist der Schnee am kältesten und tiefsten. Für den Yotei zählt aber auch die Sicht: Man wählt einen stabilen, klaren Tag im Saisonfenster.
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