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Ein Skigebiet auf Island? Wir fahren auf die Tröllaskagi

2. Okt.
5 Min. Lesezeit

Gibt es ein Skigebiet auf Island, und kann man dort überhaupt Ski fahren? Ja, die Insel hat kleine Skigebiete mit Liften. Was Skifahrer aus aller Welt hierherbringt, liegt allerdings nördlich von Akureyri: die Tröllaskagi, die Halbinsel der Trolle, deren Gipfel bis ans Meer abfallen.


Ein Hubschrauber, ein Grat, dahinter das Meer


Über die Skigebiete der Insel schreiben wir hier bewusst nichts Genaues, denn wir fahren sie nicht. Unser Island ist die Tröllaskagi. An fünf Morgen setzt uns der Hubschrauber auf einem Grat ab, danach liegt ein ganzer Tag Skitour vor uns, mit Abfahrten, die bis hinunter zur Küste reichen.


Beim Anflug liegt die Halbinsel unter einem, Grat an Grat, dazwischen Täler, die zum Meer hin auslaufen, und irgendwo darin der Hang für heute. Am Absetzpunkt läuft es dann jedes Mal gleich ab. Ski und Rucksäcke liegen flach im Schnee, alle knien geduckt daneben, bis der Hubschrauber abhebt und über den Grat wegdreht. Das Rotorgeräusch wird leiser, dann ist es weg. Übrig bleiben der Wind, das Klicken der Bindungen und das erste Grinsen des Tages.


Im Preis enthalten sind fünf Absetzflüge, vom zweiten bis zum sechsten Tag; am siebten Tag gehen wir ohne Hubschrauber auf Skitour. Das Absetzen erspart uns den langen Zustieg aus dem Tal und stellt uns gleich am Morgen dorthin, wo das schöne Gelände anfängt. Von da an gehört der Tag den Tourenski.


Der Hubschrauber hebt über einer Gratkante ab, vier Skifahrer gehen los, am Horizont das Meer
Der Hubschrauber dreht ab, vier Skifahrer machen sich auf den Weg, am Horizont liegt das Meer.


Skitouren auf Island: Felle, Spitzkehren, der nächste Gipfel


Felle auf, Bindung in den Gehmodus, und die Spur zieht in einer ansteigenden Querung vom Absetzpunkt weg. Vorne legt der Bergprofi die Spur an, dahinter folgt die Gruppe im gleichen Rhythmus, Spitzkehre für Spitzkehre, bis der nächste Gipfel erreicht ist. Je nach Gebiet sind es zwischen 400 und 800 Höhenmeter. Unterwegs dreht man sich öfter um, als es nötig wäre, weil hinter einem der Fjord mit jeder Kehre größer wird.


Wohin die Spur an diesem Tag führt, entscheidet der Bergprofi jeden Morgen nach Schneedecke und Wetter. Hält ein Hang nicht, was er verspricht, nehmen wir einen anderen. Und wenn es sein muss, verzichten wir ganz.


Vier oder fünf Leute gehen in einer Gruppe, mehr nicht. Am Hang bleibt so genug Platz, dass jeder seine eigene Linie findet, und wer führt, hat alle im Blick, vom Absetzpunkt bis zum letzten Schwung.


Die Lawineninformationen des isländischen Wetterdienstes Veðurstofa Íslands sind öffentlich zugänglich, und Hinweise zur Sicherheit auf Reisen durch Island bündelt Safetravel. Oben am Gipfel wird dann umgebaut, und der Blick geht nach unten.


Vier Skitourengeher beim Fellaufstieg in der Sonne, der Vorderste lacht, dahinter Fjord und Berge
Fellaufstieg bei Sonnenschein, vorne ein breites Lachen, hinten Fjord und Berge.


Eine Abfahrt, die am Meer endet


Felle abziehen, Bindung auf Abfahrt, Handschuhe noch einmal festziehen. Der Bergprofi fährt als Erster ein und bleibt an einem sicheren Punkt stehen. Dann einer nach dem anderen, mit Abstand, jeder seine eigene Linie neben der des Vordermanns. Die ersten Schwünge fährt man noch vorsichtig, beim dritten ist das Grinsen vom Grat wieder da.


Wer oben wartet, schaut auf den Hang, auf die Küste darunter und auf das offene Meer. Je nach Monat und Exposition fährt man Pulver oder Firn, und mit jedem Schwung rückt der Fjord ein Stück näher. Irgendwann ist die Steilstufe vorbei, der Hang läuft flacher aus, und die Gruppe sammelt sich unten wieder, mit roten Wangen und Schnee im Kragen.


Dort ziehen wir die Felle wieder auf, solange der Tag und die Verhältnisse noch einen Aufstieg hergeben. Am Abend wartet dann die Lodge.


Eine Skifahrerin in Rosa im Schwung auf einem steilen Hang, tief darunter das Meer im Gegenlicht
In Rosa durch den Steilhang, tief unten spiegelt sich die Sonne im Meer.


März bis Juni, eine Lodge bei Dalvík


Die Saison auf der Tröllaskagi reicht von März bis Juni. Gewohnt wird in einer Lodge bei Dalvík, 45 Minuten von Akureyri, die allein unseren Gruppen zur Verfügung steht. Es gibt Zweibettzimmer, einen eigenen Koch, eine Sauna und einen Jacuzzi.


Die Lodge ist für diese Woche das Zuhause der Gruppe. Morgens geht es von hier aus los, abends kommt man mit nassen Handschuhen und leerem Magen zurück. Wer das Meer auch einmal von der anderen Seite sehen möchte, bucht als Option eine Bootsfahrt zur Walbeobachtung dazu.


Die Anreise ist unkompliziert. Sie fliegen über Reykjavík oder Kopenhagen nach Akureyri, von London aus geht es auch direkt. Am Flughafen nehmen wir Sie in Empfang, und eine Dreiviertelstunde später stehen Sie in der Lodge. Am nächsten Morgen geht es zum ersten Mal in die Luft.


Vier lachende Skifahrer auf einem Gipfel über einem Fjord, im Tal darunter ist der Schnee schon verschwunden
Gipfelglück im Frühjahr: oben noch Winter, unten im Tal schon schneefrei.


Sieben Tage auf der Tröllaskagi


Die Woche folgt einem festen Rahmen, das Gelände darin wählen wir nach Schnee und Wetter, wie auf jeder Reise in die Berge. Lässt das Wetter keinen Flug zu, bleibt der Hubschrauber am Boden, und der Bergprofi plant den Tag neu.


  • Tag 1 · Ankunft in Akureyri, wir empfangen Sie am Flughafen

  • Tag 2 bis 6 · heli-unterstützte Skitouren auf der Tröllaskagi

  • Tag 7 · letzte Skitour ohne Hubschrauber, dann Transfer zum Flughafen Akureyri

  • Gruppen · vier bis fünf Personen pro Gruppe, höchstens zwei Gruppen, zwei Bergprofis (diplomierte Skilehrer mit Tiefschnee-Spezialisierung oder UIAGM/IFMGA-Bergführer, je nach Gelände)

  • Preis · 7.500 € pro Person

  • Niveau · 3 von 5


Das Niveau 3 von 5 heißt bei uns: Sie fahren abseits der Piste sicher und haben Freude an Skitouren, die je nach Gebiet zwischen 400 und 800 Höhenmeter umfassen. Hier ist nicht der Ort, um den Tiefschnee zu entdecken. Wer ihn kennt und liebt, fährt ihn hier bis hinunter ans Meer.


Mehr über die Halbinsel selbst steht in unserem großen Beitrag über Heli-Skitouren auf der Tröllaskagi. Wie Absetzen und Fellaufstieg im Tagesablauf zusammenspielen, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben: Skitouren auf der Tröllaskagi, vom Absetzen bis zu den Fellen. Vier kurze Antworten folgen gleich hier.


Was man uns zu Island oft fragt


Gibt es auf Island ein Skigebiet mit Liften?


Ja, die Insel hat kleine Skigebiete. Wir fahren sie nicht und beschreiben sie deshalb auch nicht; unsere Woche findet auf der Tröllaskagi nördlich von Akureyri statt, mit fünf Absetzflügen vom zweiten bis zum sechsten Tag, Skitouren im Anschluss und einem letzten Skitourentag ohne Hubschrauber.


In welchen Monaten kann ich mit Ihnen auf Skitour gehen?


Von März bis Juni. Die Woche dauert sieben Tage, davon sechs Skitage, und je nach Gebiet liegen die Touren zwischen 400 und 800 Höhenmetern.


Wie komme ich nach Akureyri?


Über Reykjavík oder Kopenhagen, ab London ist auch ein Direktflug nach Akureyri möglich. Wir empfangen Sie am Flughafen, von dort sind es 45 Minuten bis zur Lodge bei Dalvík.


Was kostet die Woche, und wie groß sind die Gruppen?


7.500 € pro Person, die fünf Absetzflüge vom zweiten bis zum sechsten Tag sind inbegriffen. Eine Gruppe hat vier bis fünf Personen, pro Woche fahren höchstens zwei Gruppen, begleitet von zwei Bergprofis, und wir stufen die Reise mit 3 von 5 ein.


Den ganzen Ablauf der Woche finden Sie auf unserer Seite zum Skifahren auf Island. Weil pro Reisetermin nur zwei kleine Gruppen mitfahren, empfehlen wir, früh eine Option vorzumerken.

 
 
 

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