top of page

Skigebiete in Japan: Niseko, Rusutsu, Kiroro und der Wald dahinter

29. Sept.
5 Min. Lesezeit

Listen der besten Skigebiete in Japan gibt es reichlich. Wir erzählen lieber von den Skigebieten auf Hokkaido, die wir mit unseren Gruppen fahren, und davon, was jedes bietet, wenn man geführt im Tiefschnee unterwegs ist. Eine Rangliste kommt dabei nicht heraus, denn welches Gebiet morgens an der Reihe ist, entscheiden Neuschnee und Wind.


Morgens die Bahn, danach der Wald


Der Tag fängt an wie überall, und wer aus den Alpen kommt, kennt den Ablauf. Hoch mit der Bahn, dann zwei, drei Schwünge auf der Piste, bis die Beine warm sind. Dann hält die Gruppe am Pistenrand, jeder prüft sein LVS, und unser Bergprofi fährt voraus in den Wald.


So nutzen wir ein Skigebiet in Japan: als Tür. Die Bahnen schenken uns die ersten Höhenmeter, und was danach kommt, liegt jenseits der Pisten, in Wäldern und Hängen, zu denen kein Lift hinaufführt. Abseits der markierten Abfahrten sind wir in Japan nur mit Führung unterwegs, und wir halten uns an die Regeln, die jedes Gebiet dafür aufstellt. In Niseko führt der Weg ins Gelände dahinter durch die ausgewiesenen Gates.


Warum dann nicht eine ganze Woche am selben Lift? Weil sich der Schnee nicht an Liftkarten hält. Wind verfrachtet den Neuschnee über Nacht, ein Hang, der gestern im Windschatten lag, ist heute abgeblasen, während ein paar Täler weiter noch der Pulver liegt. Deshalb fahren wir Hokkaido als Safari und suchen uns jeden Morgen das Gebiet, in dem die Verhältnisse am besten sind. Den genauen Plan schreibt das Wetter. Die ersten drei Tage gehören einem Vulkan.


Skifahrer im Pulverschnee unter verschneiten Birken in der Sonne
Ein Schwung durch den Pulver, darüber Birken unter ihrer Schneelast und Sonne zwischen den Stämmen.

Drei Tage rund um den Yotei


Wer die acht Tage bucht, verbringt die ersten drei rund um den Yotei, einen Stratovulkan von 1.898 m, und startet dafür in Niseko. Über dem Ort liegt der Annupuri.


Am Yotei ziehen wir die Felle auf. Die Spur windet sich durch den Wald bergauf, Spitzkehre um Spitzkehre, in einem Tempo, bei dem man sich noch unterhalten kann. Im Schnitt kommen am Tag rund 800 Höhenmeter zusammen. Oben folgt das kurze Ritual, das jeder Tourengeher kennt: Felle abziehen, Bindung auf Abfahrt stellen, Jacke zu. Abgefahren wird einzeln, von Sammelpunkt zu Sammelpunkt, und wer unten ankommt, dreht sich als Erstes nach seiner Spur um.


Nicht jeder Morgen bringt Neuschnee. An solchen Tagen sucht der Bergprofi im Wald die Hänge, die der Wind in Ruhe gelassen hat, und die Gruppe folgt ihm dorthin.


Auf unserer Skala steht die Reise bei 3 von 5. Wer gut in Form ist und sich abseits der Piste sicher fühlt, vom soliden Tiefschneefahrer bis zum Experten, hat am Yotei drei gute Tage vor sich, und ab dem vierten Tag kommen zwei neue Namen dazu.


Zwei Skitourengeherinnen beim Fellaufstieg in einer tiefen Spur durch verschneiten Wald
Fellaufstieg in tiefer Spur, rundherum dick verschneite Bäume, und eine der beiden lacht in die Kamera.

Rusutsu oder Kiroro? Das sagt der Schnee


Die übrigen vier Tage der kurzen Reise verbringen wir in der Region, mit den Skigebieten Rusutsu und Kiroro als Ausgangspunkten. Liftzahlen und Pistenpläne verraten Ihnen die Gebiete selbst. Uns interessiert an beiden das Gelände hinter der letzten Bergstation, wo wir geführt und in kleiner Gruppe auf Skitour ins Backcountry gehen.


Welches Gebiet an welchem Tag dran ist, legen wir morgens fest, sobald klar ist, wohin der Wind den Schnee getragen hat. Wer sich zusätzlich Höhenmeter schenken lassen möchte, bucht als Option Catskiing oder Heliskiing dazu.


Sechs Skifahrer, ein Bergprofi: So ist jede unserer Gruppen aufgestellt, und pro Reisetermin sind höchstens drei davon unterwegs. Im Wald ist das die richtige Größe. Man verliert den Vordermann nicht aus den Augen, und am Hang steht niemand lange herum, bis alle unten sind.


Die langen Reisen, elf oder fünfzehn Tage, folgen dem Schnee von Niseko über Otaru bis nach Furano. Zu den Gebieten, die wir auf Hokkaido fahren, gehören außerdem der Asahidake und der Tokachidake. Und manchmal sieht man mitten auf Tour, dass diese Insel vulkanisch ist.


Skifahrer am Rand einer Fumarole, eine Dampfsäule steigt über einem Schneefeld an einem aktiven Vulkan auf Hokkaido auf
Ein aktiver Vulkan auf Hokkaido: Mitten im Schneefeld steigt Dampf aus den Fumarolen in den blauen Himmel.

Ryokan, Onsen, Laternen in Otaru


In Niseko wohnen wir in einem traditionellen Ryokan. Die Skischuhe bleiben am Eingang, und bevor irgendwer über die Linien des Tages redet, geht es ins Onsen. Man sitzt bis zum Kinn im heißen Wasser, draußen wird es dunkel, und im Kopf läuft der Tag noch einmal ab, Hang für Hang.


Auf den langen Reisen gehört auch Otaru zum Programm. Wer vor oder nach dem Skifahren noch mehr von Japan sehen möchte, findet bei der Japan National Tourism Organization (JNTO) einen deutschsprachigen Einstieg, und die Hokkaido Tourism Organization stellt die Insel auf Englisch vor. Bleibt die Frage, wie viele Tage es bei uns sein sollen.


Fünf lachende Männer in einer verschneiten Gasse in Otaru in der Dämmerung, darüber Papierlaternen
Otaru, Gasse Denuki Kōji: Papierlaternen, Schnee am Rand und fünf Männer, denen der Tag noch im Gesicht steht.

Acht, elf oder fünfzehn Tage


Die kurze Reise passt in eine Urlaubswoche. Die beiden langen lassen dem Wetter mehr Spielraum und verbinden drei Standorte, Niseko, Otaru und Furano. Alle drei Varianten fahren wir im Januar und Februar, und welche davon zu Ihnen passt, besprechen wir gern vorab mit Ihnen.


  • Acht Tage, sieben Nächte · 6 bis 7 Skitage am Yotei, in Rusutsu und Kiroro, ab 3.950 € pro Person

  • Elf Tage · 9 bis 10 Skitage, drei Standorte: Niseko, Otaru, dann Furano, 5.350 € pro Person

  • Fünfzehn Tage · 13 bis 14 Skitage, Niseko, Otaru, Furano und ein Überraschungsziel, 7.300 € pro Person

  • Gruppen · höchstens drei Gruppen zu sechs Personen, drei Bergprofis (diplomierte Skilehrer mit Tiefschnee-Spezialisierung oder UIAGM/IFMGA-Bergführer, je nach Gelände)

  • Niveau · 3 von 5

  • Anreise · Flug nach Sapporo-Chitose über Tokio, Empfang am Flughafen, Minibus nach Niseko


Einen Termin der kurzen Variante stellen wir samt Preis in einem eigenen Beitrag vor: acht Tage Skiurlaub in Niseko, 23. bis 30. Januar 2027. Was dann noch offen ist, beantworten die vier Fragen weiter unten.


Noch vier Fragen zu Hokkaido


Welches Skigebiet in Japan würden Sie mir empfehlen?


Keines allein. Auf Hokkaido entscheiden Neuschnee und Wind jeden Tag neu, wo der Schnee am besten liegt, deshalb verbindet unsere Acht-Tage-Reise drei Tage am Yotei ab Niseko mit vier Tagen rund um Rusutsu und Kiroro.


Wie gut muss ich Ski fahren?


Wir stufen die Reise mit 3 von 5 ein: gute Kondition und sicheres bis sehr gutes Fahren abseits der Piste. Rechnen Sie mit rund 800 Höhenmetern Aufstieg pro Tag.


In welchen Monaten fahren Sie nach Hokkaido?


Im Januar und Februar. Ein Termin der Acht-Tage-Reise liegt vom 23. bis 30. Januar 2027 in Niseko, ab 3.950 € pro Person.


Wie komme ich nach Niseko?


Mit dem Flugzeug über Tokio nach Sapporo-Chitose. Dort empfangen wir Sie am Flughafen, danach bringt Sie ein Minibus in rund zweieinhalb Stunden nach Niseko.


Das ganze Programm mit allen drei Varianten finden Sie auf unserer Seite zum Skifahren in Japan. Pro Reisetermin fahren höchstens drei Gruppen mit. Wer den Januar oder Februar schon fest im Blick hat, lässt sich deshalb am besten früh eine Option vormerken.

 
 
 

Kommentare


weißes Powdererwego-Logo
weißes Arva-Logo
weißes MDV-Logo
weißes und rotes Aero-Logo
logo-prodbox-shows
bottom of page