Heliskiing in den Alpen für Einsteiger: Ihr erster Tag im Pulverschnee
Der Hubschrauber setzt Sie auf einem Grat ab, die Rotoren werden leiser, dann bleibt nur der Wind, und unter Ihren Ski liegt ein Hang ohne eine einzige Spur. So beginnt Heliskiing in den Alpen, und der Einstieg liegt näher, als viele denken: Wer abseits der Piste sicher fährt, ist bereit für einen ersten Heli-Tag. Wir zeigen Ihnen, wo das Absetzen in den Alpen erlaubt ist, welches Können und welche Ausrüstung Sie mitbringen und wann der Schnee am schönsten ist.
Heliskiing in Europa: Italien, die Schweiz und der Arlberg
Wo der Hubschrauber in den Alpen Skifahrer absetzen darf, regelt jedes Land für sich. In Frankreich ist das Absetzen zum Skifahren seit dem Berggesetz von 1985, der Loi Montagne, verboten. Erlaubt ist dagegen das Abholen im Tal. Für unseren Heli-Tag ab Val d'Isère gibt es deshalb zwei Wege: eine lange Abfahrt von rund 1.500 Höhenmetern in die Maurienne, zurück mit dem Heli, oder das klassische Absetzen auf der italienischen Seite.
In Italien findet Heliskiing in den Alpen im Aostatal und im Piemont statt, rund um Sestriere. In der Schweiz landen die Hubschrauber nur auf festgelegten Gebirgslandeplätzen. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL beschreibt sie als Landestellen ohne Infrastruktur über 1.100 Metern; ihre Zahl ist auf höchstens 40 begrenzt. In Österreich ist Heliskiing nur sehr begrenzt möglich, am Arlberg rund um Lech und Zürs.
Heli-Ski fahren: welches Können Sie mitbringen
Für einen ersten Heli-Tag genügt solides Können abseits der Piste. Sie fahren sicher auf ungewalzten Hängen und kommen mit wechselndem Schnee zurecht: leichter Pulverschnee am Morgen, windgepresste Passagen am Grat, schwererer Schnee weiter unten. Ein paar Tage Tiefschneekurs vorab geben Ihnen diese Sicherheit, und der erste Flug wird umso schöner. Wie Sie Ihr eigenes Niveau einschätzen, lesen Sie in unserem Beitrag welches Können Sie für ein Skiabenteuer brauchen.
Je fitter Sie anreisen, desto mehr Abfahrten genießen Sie. In den Wochen davor helfen Ausdauertraining beim Laufen oder auf dem Rad sowie Kniebeugen und Ausfallschritte für kräftige Beine. Wenn es sich einrichten lässt, verbringen Sie vor dem ersten Flug ein, zwei Tage in der Höhe.
Ausrüstung und Sicherheit am ersten Heli-Tag
Breite Ski, die im Pulverschnee schön aufschwimmen, ein Helm und warme, atmungsaktive Kleidung im Zwiebelprinzip: Damit sind Sie gut gerüstet. Zur Sicherheit gehören Lawinenairbag-Rucksack, LVS-Gerät, Schaufel und Sonde. Bei PowderWeGo stellen wir Ihnen diese Ausrüstung zur Verfügung.
Der Tag beginnt mit dem Lawinenlagebericht, in der Schweiz dem Lawinenbulletin des SLF. Ihr Bergführer bespricht ihn mit der Gruppe und erklärt die Abläufe rund um den Hubschrauber. Welchen Hang Sie fahren, entscheidet er nach Schnee, Wind und dem Können der Gruppe, und Ihre Wünsche fließen in diese Wahl ein. Hören Sie bei jeder Ansage gut zu und bleiben Sie in den Bereichen, die er Ihnen zeigt. Was hinter dieser Entscheidung steckt, erklären wir in unserem Beitrag zur Lawinensicherheit abseits der Piste.

Die beste Zeit: Pulverschnee im Winter, Firn im Frühjahr
Von Dezember bis März liegt in den Alpen meist eine dicke Schneedecke, und nach einem frischen Schneefall finden Sie den Pulverschnee, für den man in den Hubschrauber steigt. Die Tage sind kürzer, oft klar und kalt. Im April und Anfang Mai geht es in großer Höhe weiter: Der Schnee hat sich zu Firn verwandelt, die Temperaturen sind milder, und unten im Tal zeigt sich schon das erste Grün.
Geflogen wird bei passendem Wetter. Starker Wind, Nebel oder Sturm halten den Hubschrauber am Boden. Planen Sie deshalb mehrere Tage ein, dann bleibt Spielraum für den schönsten Flugtag.
Heliskiing-Angebote: woran Sie einen guten Anbieter erkennen
Bevor Sie buchen, lohnen sich ein paar Fragen. Welche Ausbildung haben die Bergführer? Welche Sicherheitsausrüstung wird gestellt? Wie wird mit Lawinenlage und Wetter umgegangen? Und wie groß sind die Gruppen? In einer kleinen Gruppe fahren Sie mehr im eigenen Rhythmus, und Ihr Bergführer hat jeden Einzelnen im Blick.
Bei PowderWeGo fahren Sie in kleinen Gruppen mit diplomierten Skilehrern und Bergführern, die Sicherheitsausrüstung stellen wir. Für den Einstieg eignet sich unsere Reise zum Heliskiing in Italien rund um Sestriere, im Piemont über der Via Lattea. Alle Ziele finden Sie auf unserer Seite Heliskiing-Reisen.
Am Berg: Zeit für jede Abfahrt
Heliskiing ist ein Tag zum Genießen. Bleiben Sie oben einen Moment stehen, bevor die erste Spur in den Hang geht, und schauen Sie über die Gipfel ringsum. Trinken Sie regelmäßig und haben Sie einen Riegel in der Jackentasche, denn in der Höhe braucht der Körper mehr Energie. Und lassen Sie die Berge so zurück, wie Sie sie vorgefunden haben: Gämsen überwintern in diesen Hängen, und Ihr Bergführer weiß, welche Zonen er meidet. Am Abend erzählen Sie von Ihren Abfahrten, und meist ist dann schon der nächste Heli-Tag im Gespräch.
Schreiben Sie uns, wann und mit wie vielen Personen Sie fahren möchten, wir antworten innerhalb von 24 Stunden.
Häufige Fragen
Wie viel Tiefschnee-Erfahrung braucht man für Heliskiing?
Solides Können abseits der Piste genügt: Sie fahren ungewalzte Hänge sicher und kommen mit wechselndem Schnee zurecht. Ein Profi müssen Sie dafür nicht sein. Wer sich noch unsicher fühlt, holt sich die nötige Sicherheit in ein paar Tagen Tiefschneekurs.
Gibt es Heliskiing in den Dolomiten?
In den Dolomiten bieten wir kein Heliskiing an. Unsere Ziele in Italien liegen weiter westlich: im Aostatal, etwa in Valgrisenche, La Thuile und Courmayeur, und im Piemont rund um Sestriere. Die Basen im Aostatal erreichen Sie ab Val d'Isère als Tagesausflug.
Was geschieht, wenn der Hubschrauber wegen des Wetters am Boden bleibt?
Bei starkem Wind, Nebel oder Sturm wird nicht geflogen, die Sicherheit geht vor. Darum lohnt es sich, mehrere Tage einzuplanen. So bleibt genug Spielraum, um den Flug an einem klaren Tag nachzuholen.




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