Skitouren: Ausrüstung, Technik, Sicherheit und wohin die Reise geht
Aktualisiert: vor 9 Stunden
Morgens die Felle aufziehen, in die Bindung steigen und Schritt für Schritt einem Grat entgegengleiten, während unten im Tal die ersten Lifte anlaufen: So beginnen Skitouren. Mit Fellen unter den Ski steigen Sie bergauf, oben ziehen Sie die Felle ab und fahren durch Schnee, der oft noch unverspurt ist. Hier finden Sie, was Sie über Ausrüstung, Technik und Sicherheit wissen sollten, und die Gebiete, in denen wir mit unseren Gästen unterwegs sind, von den Alpen bis nach Spitzbergen.
Die Ausrüstung: leicht im Aufstieg, solide in der Abfahrt
Jedes Teil der Tourenausrüstung ist auf zwei Bewegungen ausgelegt, das Gehen bergauf und die Abfahrt.
Ski, Bindung, Felle und Harscheisen
Tourenski sind leichter als Alpinski. Die Tourenbindung, ob Pin- oder Rahmenbindung, gibt im Aufstieg die Ferse frei und hält sie für die Abfahrt fest. Unter die Ski kommen die Felle: Ihr feiner Flor greift in den Schnee, sodass Sie nach vorn gleiten, ohne zurückzurutschen. Für harte oder vereiste Querungen hängen Sie Harscheisen in die Bindung ein, schmale Metallkrallen, die der Spur Halt geben, wo die Felle allein zu wenig greifen.
Schuhe, Stöcke und Kleidung
Auch die Tourenschuhe sind leichter. Im Gehmodus gibt ihr Schaft nach, damit Sie natürlich ausschreiten, für die Abfahrt verriegeln Sie ihn wieder; die profilierte Sohle hält auch auf Fels. Die Stöcke sind meist teleskopierbar, so stellen Sie die Länge für Aufstieg und Abfahrt passend ein. Bei der Kleidung bewährt sich das Zwiebelprinzip aus mehreren warmen Schichten, die äußere wasserdicht. Im Aufstieg wird Ihnen schnell warm, am Gipfel weht oft ein kühler Wind.
Im Rucksack: die Sicherheitsausrüstung
Zu jeder Tour gehören vier Geräte: Lawinenairbag, LVS-Gerät, Schaufel und Sonde. Der Airbag sitzt im Rucksack selbst, der zugleich Proviant, Wasser und eine warme Schicht trägt. Dazu kommen eine Erste-Hilfe-Ausrüstung, auf Gletschern ein Seil und für die Gruppe ein Funkgerät. Auf unseren Reisen stellen wir Ihnen das Sicherheitsmaterial zur Verfügung. Bei Ski und Schuhen lohnt sich der Rat eines Fachhändlers oder Skilehrers, passend zu Ihrem Niveau und zu Ihren Zielen.
Technik: Rhythmus im Aufstieg, Ruhe in der Abfahrt
Im Aufstieg zählt der Rhythmus mehr als die Kraft. Sie stehen aufrecht, das Gewicht über der ganzen Skifläche, und schieben die Ski über den Schnee, statt sie anzuheben; so greifen die Felle, und die Beine bleiben frisch. Der Atem gibt das Tempo vor: Wer sich dabei noch unterhalten kann, geht im richtigen Takt. Wird der Hang steiler, legen wir die Spur in Kehren an. An jeder Wende folgt die Spitzkehre, ein Richtungswechsel im Stand, der nach ein paar Versuchen ganz selbstverständlich wird. Wie Sie Ihre Ausdauer aufbauen, lesen Sie in unserem Beitrag zur Kondition für Skitouren.
Für die Abfahrt ziehen Sie die Felle ab, verriegeln Schuhe und Bindung, und dann gehört der Hang Ihnen. Abseits der Piste wechselt der Schnee manchmal innerhalb weniger Schwünge, von Pulver zu windgepresstem Schnee, von Firn zu Bruchharsch. Wir fahren mit kontrolliertem Tempo, passen die Schwünge an Schnee und Hangneigung an und halten in der Gruppe die Abstände, die der Hang verlangt.
Sicherheit auf Skitouren beginnt am Abend davor
Lawinen, Stürze, ein Wetterumschwung, Nebel auf dem Grat: Im freien Gelände trägt jede Entscheidung Gewicht, und die wichtigsten fallen vor dem Start. Wir lesen den Lawinenlagebericht, in der Schweiz etwa das Lawinenbulletin des SLF, dazu die Wetterprognose, und wählen danach Ziel und Hänge. Die Gefahrenstufe folgt in ganz Europa der fünfstufigen Skala der Europäischen Lawinenwarndienste (EAWS). Sie beschreibt eine Region an einem Tag; die Entscheidung am einzelnen Hang treffen wir unterwegs, mit Blick auf Schneedecke, Wind und Hangneigung. Tourentipps und Beiträge zu Lawinenkunde und Ausrüstung bündelt der Deutsche Alpenverein auf seiner Themenseite Skitouren.
Seinen Wert entfaltet das Quartett im Rucksack erst, wenn alle damit umgehen können. Deshalb gehört vor jedem Start der LVS-Check der ganzen Gruppe dazu.
Am entspanntesten sind Sie mit einem Profi an Ihrer Seite unterwegs. Ein diplomierter Skilehrer mit Spezialisierung auf Tiefschnee und Skitouren kennt Schnee und Lawinen und hilft Ihnen zugleich, technisch weiterzukommen. Führt die Tour über Gletscher, ist der Bergführer gefragt. Beide wissen, wann Umkehren die klügste Entscheidung des Tages ist. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Lawinensicherheit abseits der Piste.
Von den Alpen bis in die Arktis: Gebiete für Skitouren
Skitouren in den Alpen, von Österreich bis Frankreich
In Frankreich, der Schweiz, Österreich und Italien finden Sie Touren für jedes Niveau. Bekannte Ausgangspunkte sind in Frankreich Chamonix, La Grave und Val d'Isère, in der Schweiz Zermatt, Verbier und St. Moritz. Wer Skitouren in Österreich sucht, wird rund um St. Anton und Lech fündig, im Pitztal und am Dachstein; in Italien ziehen die Dolomiten viele Tourengeher an.
Wie sich die Touren vom Pitztal bis in die Silvretta anfühlen, zeigt Ihnen unser Beitrag über Skitouren in Österreich.
Skitouren in Norwegen: Lofoten, Bodø, Lyngen
Im Norden Norwegens, jenseits des Polarkreises, steigen die Berge direkt aus den Fjorden. Auf den Lofoten, in den Bergen um Bodø und rund um Tromsø bis in die Lyngenalpen beginnt die Spur oft am Ufer, und die Abfahrt endet am Meer. Skitouren in Norwegen unternehmen Sie von einer Lodge aus oder vom Schiff, auf einer Reise, die Ski und Segeln verbindet. Wie wir dort unterwegs sind, zeigt unsere Seite Skitouren auf den Lofoten.
Skitouren in Japan: Hokkaido im Pulverschnee
Von Dezember bis Februar zieht kalte Luft aus Sibirien über das Japanische Meer und lädt über Hokkaido große Mengen leichten, trockenen Pulverschnees ab. Dazu kommen lichte Birkenwälder, deren weit stehende Stämme auch bei Schneefall gute Sicht lassen. Skitouren in Japan stehen deshalb bei vielen Tourengehern ganz oben auf der Wunschliste. Mehr dazu auf der Seite zu unserer Skireise nach Hokkaido.
Skitouren in Island
Islands Tourenberge liegen in den Westfjorden und im Norden der Insel, oft direkt über dem Meer. Im Norden, auf der Halbinsel Tröllaskagi, verbinden wir Hubschrauber und Felle: Einzelheiten finden Sie unter Heli-Skitouren auf der Tröllaskagi.
Skitouren auf Spitzbergen und in Grönland
In der Arktis, an den Küsten Grönlands und Spitzbergens, gehen wir vom Schiff aus auf Tour. Es fährt durch wilde Fjorde und zwischen Eisbergen hindurch, die Spuren führen auf Gletscher und Gipfel über dem Meer. An den Küsten Spitzbergens leben Robben, Walrosse und Wale, und auch der Eisbär ist hier zu Hause.
Skitouren in Kanada, den USA und Neuseeland
Auch fern der Alpen und der Arktis gibt es schöne Tourengebiete: die Nationalparks Banff, Jasper und Yoho in Kanada, Colorado, Montana und Utah im Westen der USA und die Südalpen auf der Südinsel Neuseelands.
Warum Skitouren so viel Freude machen
Mit Fellen erreichen Sie Hänge, zu denen kein Lift führt, und Orte, an denen Sie den ganzen Tag kaum einer anderen Gruppe begegnen. Jeden Morgen suchen wir den besten Schnee, je nach Exposition, Wind und Sonne, und oft finden wir ihn unverspurt. Unterwegs begleitet Sie die Stille: kein Anstehen am Lift, nur das leise Gleiten der Felle und ein Gipfel, der langsam näher kommt. Ausdauer und Kraft wachsen ganz nebenbei, und am Abend teilen Sie mit Ihren Freunden die Bilder eines langen Tages in den Bergen.

Mit uns auf Skitour
PowderWeGo organisiert Skitourenreisen in kleinen Gruppen, begleitet von diplomierten Skilehrern und Bergführern. Wenn Sie Ihre erste Reise planen, hilft Ihnen unser Beitrag Skitouren-Urlaub für Einsteiger bei der Wahl des Ziels. Schreiben Sie uns, wann und mit wie vielen Personen Sie reisen möchten, wir antworten innerhalb von 24 Stunden.
Häufige Fragen
Welche Ausrüstung braucht man für Skitouren?
Tourenski mit Tourenbindung, Felle, Harscheisen, Tourenschuhe mit Gehmodus und teleskopierbare Stöcke, dazu Kleidung nach dem Zwiebelprinzip. In den Rucksack gehören das Quartett aus Lawinenairbag, LVS-Gerät, Schaufel und Sonde sowie eine Erste-Hilfe-Ausrüstung; auf unseren Reisen stellen wir das Sicherheitsmaterial.
Kann man Skitouren allein gehen?
Erfahrene Tourengeher tun es, wir raten jedoch, mindestens zu zweit zu gehen, damit im Ernstfall jemand mit dem LVS-Gerät suchen kann. Für den Einstieg und in unbekanntem Gelände empfehlen wir die Begleitung durch einen Profi: Ein Skilehrer mit Spezialisierung auf Skitouren liest Schneedecke und Lawinenlage und verbessert zugleich Ihre Technik, auf Gletschern übernimmt der Bergführer.
Skitouren in Norwegen oder in Japan: Was unterscheidet die beiden?
In Norwegen steigen Sie jenseits des Polarkreises über den Fjorden auf und fahren oft bis ans Meer ab, von einer Lodge oder vom Schiff aus. Auf Hokkaido fallen von Dezember bis Februar große Mengen leichter Pulverschnee, und Sie fahren durch lichte Birkenwälder. An beiden Zielen wählen wir die Hänge jeden Tag nach Schnee und Wetter.



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