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Off-Piste skifahren: Tiefschnee abseits der Piste, gut begleitet

vor 2 Tagen
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden

Für viele, die das Skifahren lieben, beginnt es eigentlich erst dort, wo die Piste endet. Off-Piste zu fahren ist ein wenig wie der Schritt vom Laufband hinaus ins freie Gelände: Der Schnee liegt unberührt, die Linie gehört Ihnen, und jeder Hang hat sein eigenes Gesicht. Abseits der Piste gelten zugleich die Regeln des Gebirges, mit objektiven Gefahren, die zu Verletzungen führen und im schlimmsten Fall tödlich enden können. Und doch lohnt es sich, sofern Sie es richtig angehen.


Lawinen, Stürze, Abrutschen: die Gefahren abseits der Piste


Die bekannteste Gefahr sind Lawinen, und ihnen gilt zu Recht die größte Aufmerksamkeit. Eine Einführung bietet der Blog unserer Skischule in Val d'Isère: was eine Lawine ist. Zwei weitere Gefahren sind weniger bekannt.


Da sind zunächst die Verletzungen durch einen Sturz, wie auf der Piste auch, nur weiter von der nächsten Hilfe entfernt. Und da ist das Abrutschen: Sie stürzen auf hartem Schnee, kommen ins Gleiten und können sich nicht mehr fangen, im ungünstigsten Fall mit einem Felsen oder Baum in der Falllinie. Das geschieht vor allem auf vom Wind gepressten Schneeplatten und auf Frühjahrsschnee, der tagsüber auftaut, nachts wieder gefriert und am Morgen noch hart ist.


Diese Risiken gehören zum Skifahren abseits der Piste. Sie verlangen Vorsicht, einen wachen Blick und die Bereitschaft, das Tagesziel anzupassen, sobald die Bedingungen es erfordern. Manchmal heißt das, einen sanfteren Hang zu wählen. Manchmal heißt es umzukehren: Verzichten können ist die hohe Kunst am Berg.


Die Schneedecke lesen: eine Frage langer Erfahrung


Schneedecke und Gelände richtig einzuschätzen ist ein Handwerk, das Bergprofis über viele Winter lernen. Der Tag beginnt mit dem Lawinenlagebericht. In der Schweiz veröffentlicht das SLF Davos täglich das Lawinenbulletin mit der aktuellen Schneesituation, und in ganz Europa gilt dieselbe fünfstufige Lawinengefahrenskala der EAWS, von Stufe 1 (gering) bis Stufe 5 (sehr groß).


Draußen geht die Beobachtung weiter: Wo hat der Wind Triebschnee abgelagert, wie steil ist der Hang, wohin zeigt er, wie verändert die Sonne den Schnee im Lauf des Tages? Wie wir dabei im Einzelnen vorgehen, beschreiben wir in unserem Beitrag zur Lawinensicherheit abseits der Piste.


Einzeln fahren, an sicheren Punkten sammeln


Im Gelände bewegt sich eine Gruppe nach festen Gewohnheiten. Durch einen exponierten Hang fährt immer nur eine Person, die anderen warten an einem geschützten Punkt. Gesammelt wird dort, wo von oben nichts nachrutschen kann, und jede Linie wird so gewählt, dass sie niemanden weiter unten gefährdet. Das klingt nach Disziplin und fühlt sich am Berg ganz selbstverständlich an: Jeder fährt seinen Hang für sich, die anderen schauen zu, und unten wartet die Gruppe mit einem Lächeln.


Lawinenairbag-Rucksack, LVS-Gerät, Schaufel, Sonde: Ihre Sicherheitsausrüstung im Gelände


Abseits der Piste trägt jede Person eine vollständige Notfallausrüstung: einen Lawinenairbag-Rucksack, ein LVS-Gerät, eine Schaufel und eine Sonde, dazu ein Funkgerät. Ihren Wert entfaltet diese Ausrüstung erst mit Übung. Wer sie trägt, sollte die Kameradenrettung beherrschen, also Verschüttete mit dem LVS-Gerät orten, sondieren und zügig ausgraben können.


Bei unseren Skitagen und Reisen stellen wir diese Sicherheitsausrüstung, und Ihr Skilehrer oder Bergführer zeigt Ihnen vor der ersten Abfahrt, wie sie funktioniert.


Abseits der Piste skifahren: mit wem und wohin


Null Risiko gibt es in den Bergen nicht, so wenig wie bei jeder anderen Bewegung draußen. Mit Wissen, Können und guten Entscheidungen lässt es sich jedoch sehr deutlich verringern. Und was bleibt, ist viel Freude: Sie sind der Natur und den Elementen nah, lernen Demut und gegenseitige Hilfe, und ein guter Tag im Tiefschnee begleitet Sie noch lange. So wird Off-Piste zu einer Schule fürs Leben.


Unser Rat: Fahren Sie mit einem Skilehrer, der auf Off-Piste spezialisiert ist, oder mit einem Bergführer, der Schnee und Routen genau kennt. In Val d'Isère, einem der großen Freeride-Orte der Alpen, haben sich mehrere Schulen auf das Gelände abseits der Piste spezialisiert, darunter die PowderWeGo-Skischule in Val d'Isère. Welches Niveau Sie für Ihre ersten Tage mitbringen sollten, lesen Sie in unserem Beitrag welches Können Sie für ein Skiabenteuer brauchen.

Und wenn Sie Ihren ersten Pulverschneehang einmal mit dem Hubschrauber erreichen möchten, begleitet Sie unser Leitfaden Heliskiing in den Alpen für Einsteiger.


Off-Piste: ein Skifahrer zieht seine Spur durch einen weiten, offenen Hang
Ein offener Hang abseits der Piste, eine Spur nach der anderen.


Das Skifahren abseits der Piste ist auch eine schöne Art, die Welt zu bereisen. Wir fahren in kleinen Gruppen, begleitet von diplomierten Skilehrern und Bergführern, von Val d'Isère bis Hokkaido und zu den Lofoten. Alle Ziele finden Sie auf unserer Seite zu den Freeride-Skireisen. Schreiben Sie uns, wann und mit wie vielen Personen Sie fahren möchten, wir antworten innerhalb von 24 Stunden.


Häufige Fragen


Wo kann man abseits der Piste skifahren?


In den meisten großen Skigebieten der Alpen dürfen Sie das Gelände neben den Pisten befahren, auf eigene Verantwortung und außerhalb gesperrter Wald- und Wildschutzzonen. Val d'Isère gehört zu den bekanntesten Freeride-Orten, und weiter entfernt locken Japan oder die Lofoten mit Pulverschnee. Für die ersten Tage empfehlen wir einen Skilehrer oder Bergführer, der das Gebiet kennt.


Welche Ausrüstung braucht man für Off-Piste?


Jede Person trägt einen Lawinenairbag-Rucksack, LVS-Gerät, Schaufel und Sonde, dazu kommt ein Funkgerät. Ebenso wichtig ist die Übung in der Kameradenrettung. Bei PowderWeGo stellen wir die Sicherheitsausrüstung.


Lohnt sich Freeride trotz der Lawinengefahr?


Ja, wenn Sie es richtig angehen: mit dem täglichen Lawinenlagebericht, der passenden Ausrüstung, guten Gewohnheiten in der Gruppe und einem Profi, der die Schneedecke liest. Das Risiko lässt sich so sehr deutlich verringern, ganz verschwinden kann es nie. Dafür erleben Sie den Tiefschnee in seiner schönsten Form.

 
 
 

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