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Skifahren bei Nebel: wo wir an grauen Tagen den Pulverschnee finden

vor 2 Tagen
4 Min. Lesezeit

Die Wolken hängen tief im Tal, seit dem Morgen fällt Schnee, und beim Frühstück kommt die Frage: Fahren wir heute? Meist lautet die Antwort ja. Skifahren bei Nebel verlangt allerdings eine andere Wahl der Hänge, eine Gruppe, die zusammenbleibt, und die passende Brille. Hier lesen Sie, was sich abseits der Piste verändert, wenn die Sicht schwindet, wohin wir an solchen Tagen mit Ihnen fahren und warum ein grauer Morgen so oft im frischen Pulverschnee endet.


Wenn Wolke und Schnee ineinander übergehen


Von Nebel sprechen Meteorologen, wenn die Sicht in Bodennähe unter einen Kilometer sinkt, so beschreibt es das Wetterlexikon des Deutschen Wetterdienstes. Im Gelände wird das Licht oft schon früher flach. Die Schatten verschwinden, Mulden und Kuppen sehen gleich aus, und unter Skifahrern heißt das Milchsuppe. Im äußersten Fall verschwimmt der Horizont ganz, Schnee und Wolke werden zu einer einzigen weißen Fläche: der Whiteout.


Damit wird genau das schwer erkennbar, worauf es abseits der Piste ankommt. Geländeformen, Triebschneepakete, Felsstufen und auf dem Gletscher die Spalten zeichnen sich kaum noch ab. Zugleich verändert sich der Schnee bei schlechtem Wetter rasch: Mit Neuschnee und Wind bildet sich frischer Triebschnee, und die Lawinengefahr kann im Lauf eines einzigen Tages steigen. Deshalb wägen wir jeden Morgen Wetter, Lawinenlagebericht und Schneedecke ab, bevor wir uns für einen Hang entscheiden.


Schlechte Sicht beim Skifahren: was die Gruppe zusammenhält


Bei schlechter Sicht beim Skifahren bleibt die Gruppe dicht beieinander. Jeder trägt das Quartett bei sich, also Lawinenairbag-Rucksack, LVS-Gerät, Schaufel und Sonde; PowderWeGo stellt diese Sicherheitsausrüstung allen Teilnehmern zur Verfügung. Vor der ersten Abfahrt vereinbaren wir, wie wir uns verständigen: wer vorausfährt, wo wir uns sammeln, wann wir aufeinander warten. Im Nebel behält jeder den Nächsten im Blick.


Ebenso zählt die Kenntnis des Geländes. Wer weiß, wo Felsbänder und Abbrüche liegen und wie der Schnee eines Hangs auf Wind und Neuschnee reagiert, trifft auch dann gute Entscheidungen, wenn man kaum etwas sieht. An solchen Tagen lohnt sich die Begleitung eines diplomierten Skilehrers oder Bergführers, der das Gebiet kennt und Ihnen die aktuelle Lage von Wetter und Schnee erklärt.


Der Lawinenlagebericht gehört jeden Morgen dazu. In der Schweiz veröffentlicht das SLF das Lawinenbulletin und die Schneesituation, in Frankreich gibt Météo-France für jedes Gebirgsmassiv ein eigenes Lawinenbulletin heraus, das Bulletin d'estimation du risque d'avalanche. Wie wir einen solchen Bericht lesen und daraus eine Entscheidung im Gelände machen, beschreiben wir in unserem Beitrag Lawinensicherheit: lesen und entscheiden.


Skifahren bei schlechtem Wetter: unsere Linien für graue Tage


Für Tage mit Nebel und Schneefall haben wir geschützte Linien, die wir gut kennen. Da sind die Rinnen, in denen die Felsen dem Relief Kontur geben, sodass das Auge Halt findet. Da sind die Routen in tieferen Lagen, oft unterhalb der Wolkendecke. Und vor allem gibt es den Wald. Zwischen den Stämmen bleibt die Sicht besser als im offenen Hang, jeder Baum zeichnet das Gelände nach, und wo die Bäume licht stehen, ziehen Sie lange, runde Schwünge durch den frischen Schnee. Skifahren bei schlechtem Wetter heißt für uns deshalb vor allem, das Gelände dem Tag anzupassen.


Bevor Sie in Val d'Isère aufbrechen, finden Sie auf unserer Seite Wetter und Schneebericht für Val d'Isère die Lage vom Dorf bis zum Gletscher.


Auf Reisen gilt dieselbe Logik. Bei unseren Skitouren auf den Lofoten entscheiden wir jeden Morgen nach Schnee, Wind und Lagebericht, auf welchen Berg wir gehen. Auf all unseren Skireisen folgen Sie einem Richtprogramm, das wir nach Schnee und Wetter anpassen.


Neuschnee im Nebel: warum sich der graue Tag lohnt


Ein grauer Morgen an dem Tag, für den Sie einen Skilehrer gebucht haben, ist meist eine gute Nachricht. Es schneit, und Neuschnee ist Skifahrern immer willkommen. Sie haben einen Profi an Ihrer Seite, der die Hänge kennt, die an solchen Tagen gut zu fahren sind. Und viele schöne Pulvertage beginnen genau so, mit Schneefall und tief hängenden Wolken.


Zwei Dinge machen solche Tage angenehmer. Zuerst eine Skibrille mit hellen Gläsern, am besten gelb, die im flachen Licht die Konturen hervorhebt. Dazu eine Sonnenbrille in der Jackentasche, falls die Skibrille von innen beschlägt.


Dann bleibt nur, sich auf den Tag zu freuen. Wir fahren bei jedem Wetter, und wohin, entscheiden der Schnee und die Sicht des Tages. Schreiben Sie uns, wann und mit wie vielen Personen Sie kommen, wir antworten innerhalb von 24 Stunden.


Häufige Fragen


Kann man bei Nebel abseits der Piste Ski fahren?


Ja, mit der passenden Wahl des Geländes. Beim Skifahren bei Nebel fahren wir im lichten Wald, in Rinnen, deren Felsen Kontrast geben, oder in tieferen Lagen, statt in großen, offenen Hängen. Voraussetzung sind eine Gruppe, die zusammenbleibt, die vollständige Sicherheitsausrüstung und ein Skilehrer oder Bergführer, der das Gelände kennt.


Welche Skibrille ist bei Nebel die richtige?


Bei Nebel und Schneefall hebt eine Skibrille mit hellen, am besten gelben Gläsern die Konturen im flachen Licht hervor. Eine Sonnenbrille in der Jackentasche hilft, falls die Skibrille von innen beschlägt.


Woran erkennt man einen Whiteout?


Bei einem Whiteout verschwinden Schatten und Horizont, Schnee und Wolke wirken wie eine einzige weiße Fläche, und Neigung wie Unebenheiten des Hangs lassen sich kaum noch einschätzen. In dieser Lage fahren wir langsam, in Sichtweite zueinander, und suchen Gelände, in dem Bäume oder Felsen Orientierung geben.

 
 
 

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