Ein Trawler als schwimmendes Basislager: Ski & Kreuzfahrt im Fjord der Ewigkeit
- Boris Malesset

- 5. Juli
- 5 Min. Lesezeit
Um sechs dampft der Kaffee im Steuerhaus, und niemand spricht. Das Licht steigt langsam an Wänden empor, die senkrecht ins schwarze Wasser stürzen, und am Ende des Fjords kalbt Eis — ein Krachen, dann Stille. In der Kabine ziehe ich die Felle auf, prüfe den Rucksack ein letztes Mal, LVS, Schaufel, Sonde, und unten am Rumpf wartet schon das Beiboot. Hier beginnt ein Tag Ski und Kreuzfahrt in Grönland: kein Sessellift, keine Straße, nur ein Schiff, das Sie durch die Nacht an den Fuß des Berges getragen hat.
Der Fjord der Ewigkeit an der Westküste Grönlands wird vom kleinen Hafen Maniitsoq aus über das Meer erreicht. Es ist eine der seltenen Möglichkeiten, überhaupt an diese Hänge zu gelangen: treibendes Eis, Abgeschiedenheit, kein Zugang über Land — Gelände, in dem man vom Gipfel bis zur Wasserlinie fährt, ohne je eine andere Spur als die eigene zu kreuzen. Unsere Ski-&-Kreuzfahrt-Expedition startet im April 2027, acht Tage und sieben Nächte an Bord.

Der Fjord der Ewigkeit, ab Maniitsoq
Maniitsoq liegt auf einem Gewirr aus Inseln und Kanälen, auf halber Höhe der grönländischen Westflanke. Leinen los, Kurs Nord, ein Zwischenstopp in Kangaamiut — ein Inuit-Dorf, an seinen Fels geklammert, bunte Holzhäuser, heulende Schlittenhunde. Dann schließt sich der Fjord: die Wände rücken zusammen und wachsen, das Wasser wird schwarz.
Am Ende kalbt der Ewigkeitsgletscher lautlos, blaue Eisbrocken treiben am Rumpf vorbei. Die Gipfel steigen hier unmittelbar aus dem Ufer. Was für den Skifahrer zählt, ist ihr Profil — schmale Grate, die sich zu großen Wänden öffnen, Rinnen, die senkrecht ins Wasser fallen, die Seltenheit eines Geländes, in dem die Abfahrt erst am Ufer endet.

Die Terschelling, schwimmendes Basislager
Das Schiff heißt Terschelling. 1963 in den Niederlanden für die niederländische Küstenwache gebaut, wurde es vollständig zum Expeditionsschiff umgebaut, mit eisverstärktem Rumpf — genug, um einen eisverstopften Fjord hinaufzufahren, ohne bei jedem Kontakt zusammenzuzucken. Man hört das Eis, wenn es die Bordwand schrammt: ein dumpfes Knirschen, das daran erinnert, wo man ist.
An Bord sind zwölf Passagiere, nicht mehr. Das ändert alles. Am Abend, vor Anker, wird die Terschelling zum Refugium: derselbe Tisch, die Geschichten des Tages, die ausgebreitete Karte, um die Linie von morgen zu lesen, die beruhigende Ruhe eines Schiffs, das wacht, während man schläft. Man trägt seine Unterkunft mit sich — sie zieht mit, vom Fuß einer Wand zur nächsten, je nach Schnee und Eislage.
Ein typischer Tag, vom Beiboot bis zum Ufer
Morgens setzt uns das Beiboot in Inuit-Land ab, an einem Strand oder einem Schneeabsatz am Fuß des gewählten Bergs. Felle drauf, los geht's. Der Aufstieg im Tempo der Gruppe, Spitzkehren in den steileren Passagen, das Lesen der Schneedecke mit zunehmender Höhe — Exposition, Temperaturen, was der Wind gestern abgelagert hat. Der Bergprofi, der die Gruppe führt, gräbt ein Schneeprofil, wenn Zweifel aufkommen; an manchen Tagen lässt man die geplante Linie stehen und nimmt eine vernünftigere.
Dann die Abfahrt. Vom Gipfel kippt man in Wände, die vom Gipfel bis zum Meer ziehen — lange Schwünge im kalten Pulverschnee oder gut aufgefirnter Frühjahrsschnee, je nach Stunde und Exposition, bis die Ski fast das Wasser berühren. Die Tage reihen schöne Abfahrten aneinander, auf anhaltend steilen, aber nicht extremen Hängen. Der Schnee wechselt hier schnell, das Fjordeis auch: ein Gelände, das man ebenso liest, wie man es fährt.
In Inuit-Land
Zwischen zwei Aufstiegen begegnet man dem anderen Grönland — dem der Menschen. Maniitsoq und Kangaamiut leben am Rand der Welt, still, zäh, seit Jahrhunderten an ihren Fels geklammert. Man geht für einen Zwischenstopp an Land, wechselt ein paar Worte, betrachtet die Schlitten und Boote und zieht weiter, mit dem Gefühl, ein Leben gestreift zu haben, das keinem anderen gleicht.
Die übrige Zeit herrscht Stille. Eine arktische Stille, dicht, die nichts füllt außer dem Klatschen des Wassers an den Rumpf und, hin und wieder, dem Krachen einer kalbenden Gletscherwand. Das Licht endet nie: im April werden die Tage schnell länger, und man fährt in einer streifenden Klarheit, die jedes Relief herauszeichnet. Es ist diese polare Stimmung, die man mit nach Hause nimmt, ebenso sehr wie die Abfahrten.
Niveau, wann fahren, wie hinkommen
Diese Reise richtet sich an einen eigenständigen, versierten Tiefschnee-Skifahrer. Man muss mehrere Stunden mit Fellen aufsteigen, die Ermüdung über sechs Skitage tragen und sich in der Abfahrt auf ernsthaften Wänden bei allen Schneearten sicher fühlen. Die Gruppe wird von einem Bergprofi geführt — einem auf Tiefschnee spezialisierten Skilehrer oder einem Bergführer (UIAGM/IFMGA) je nach Gelände —, der Schnee und Eis liest und das Programm von Tag zu Tag entscheidet, naturgemäß nur als Richtwert.
Das Fenster ist April 2027: die Tage werden länger, die Kälte hält den Schnee noch, das Packeis verschließt diese Küsten noch nicht. Das Format sind acht Tage und sieben Nächte, davon etwa sechs Skitage, hin und zurück ab Maniitsoq — erreichbar über die Westküste Grönlands, die selbst über Island oder Dänemark angebunden ist. Der Preis beginnt ab 8.500 € pro Person, und die Plätze sind rar: zwölf an Bord, nicht mehr. Um sich einen Platz zu sichern, schreiben Sie uns über die Seite der Grönland-Reise oder unser Kontaktformular.
Wenn Sie die Idee eines Schiffs als einzigem Lift anspricht, spinnen wir denselben Faden anderswo weiter: die Ski-&-Segel-Expedition auf Svalbard — dort ist es wirklich ein Segelschiff —, die Skitour im Tröllaskagi, Island, oft die Etappe, über die man Grönland erreicht, oder, ganz im Süden, die Ski-Kreuzfahrt in der Antarktis. Zur Vorbereitung einer Arktisreise gibt Visit Greenland einen guten Überblick über Saisons und Anreise. Die Expeditionsfahrt vor Ort folgt dabei einem klaren Regelwerk — den Richtlinien der AECO, dem Verband der arktischen Expeditionskreuzfahrt-Anbieter.
Das Wort des Gründers. Ich fahre seit 2001 Tiefschnee, und Grönland ist noch immer einer der wenigen Orte, die mich auf meinen Platz verweisen. Hier hakt man keine Gipfel ab: man zieht von einem Ankerplatz zum nächsten, wartet, bis Schnee und Eis einen durchlassen, und kehrt ohne Diskussion um, wenn es sich nicht richtig anfühlt. Das ist es, was ich anzubieten versuche — keine Heldentat, sondern ein paar Tage im richtigen Tempo des Bergs. — Boris, Gründer von PowderWeGo
Auf einen Blick
Wo: Fjord der Ewigkeit, Westküste Grönlands, ab Maniitsoq (Zwischenstopp in Kangaamiut).
Wann: April 2027, 8 Tage / 7 Nächte (etwa 6 Skitage).
Das Schiff: die Terschelling, ehem. niederländische Küstenwache von 1963, eisverstärkter Rumpf, 12 Passagiere.
Das Skifahren: Fellaufstieg, Abfahrten vom Gipfel bis zum Meer, auf anhaltend steilen Hängen.
Niveau: eigenständiger, versierter Tiefschnee-Skifahrer.
Preis: ab 8.500 € / Person.
Häufige Fragen
Wann zum Skifahren an den Fjord der Ewigkeit? Im April. Die Tage werden schnell länger, die Kälte hält den Schnee noch, und das Packeis hat diese Küsten nicht verschlossen — das Fenster, in dem der Fjord über das Meer erreicht wird. Unsere Expedition startet im April 2027, über acht Tage und sieben Nächte.
Welches Niveau braucht es für diese Ski-und-Kreuzfahrt in Grönland? Ein gutes Tiefschnee-Niveau und Eigenständigkeit. Man steigt mehrere Stunden mit Fellen auf, hält sechs Skitage durch und fühlt sich in der Abfahrt auf ernsthaften Wänden sicher, bei allen Schneearten und auf anhaltend steilen Hängen.
Ist es eine Expedition, im eigentlichen Sinn? Ja. Man lebt an Bord, fährt einen abgelegenen Fjord ohne Straße oder Rettung in der Nähe hinauf, und das Programm passt sich täglich an Schnee und Eislage an. Die Gruppe wird von einem Bergprofi geführt — einem auf Tiefschnee spezialisierten Skilehrer oder einem Bergführer (UIAGM/IFMGA) je nach Gelände.
Wie kommt man nach Maniitsoq? Man erreicht die Westküste Grönlands über Island oder Dänemark, dann Maniitsoq, wo die Terschelling ablegt. Die Anreisedetails werden bei der Buchung mit Ihnen abgestimmt.
Wie viele Skifahrer an Bord? Zwölf Passagiere, nicht mehr. Die Terschelling ist ein ehemaliges Schiff der niederländischen Küstenwache, 1963 gebaut und zum Expeditionsschiff umgebaut, mit eisverstärktem Rumpf.
Was kostet die Expedition? Ab 8.500 € pro Person. Da die Plätze auf zwölf begrenzt sind, sichert man sich besser früh eine Option.



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